Sie sind hier: Aktuelles » 

Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl besucht Treffpunkt Regenbogen

Informelles Treffen zur Bedeutung des Tageszentrums für chronisch oder akut psychisch kranke Menschen

BRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Wiedemann, Dipl.-Psych. Helga Pechbrenner, Leiterin der sozialpsychiatrischen Einrichtungen im BRK-KV, Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl, Landrat u. BRK-Kreisvorsitzender Michael Fahmüller, stellv. BRK-Kreisgeschäftsführer Johann Haider

Eggenfelden. Im BRK-Tageszentrum „Treffpunkt Regenbogen“ hat sich Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl (CSU) im Gespräch mit Landrat Michael Fahmüller (BRK-Kreisvorsitzender), Leiterin Dipl.-Psych. Helga Pechbrenner, BRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Wiedemann und dessen Stellvertreter Johann Haider über Aufgaben und Bedeutung dieses Tageszentrums für chronisch oder akut psychisch kranke Menschen und weiterer sozialpsychiatrischer Einrichtungen des BRK Rottal-Inn informiert.

Zum Hintergrund des Treffens wies BRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Wiedemann u.a. darauf hin, dass diese sozialpsychiatrischen Einrichtungen vom Bezirk finanziert würden, dem die Versorgung psychisch kranker und behinderter Menschen obliege; zudem führte er aktuelle Änderungstendenzen bei Richtlinien des Bezirks Niederbayern an, die sich auf Durchführung und Weiterentwicklung des Zuverdienstprojektes „TagWerk“ auswirken könnten.

„Die Bedeutung des Tageszentrums und des Zuverdienstprojektes liegt speziell darin, psychisch hilfsbedürftige Menschen wieder in eine Tagesstruktur zu bringen – es ist auch besonders wichtig für den Halt im Leben, etwas „wert“ zu sein und „wertgeschätzt“ zu werden; daran arbeiten wir mit, und dieses Gefühl geben wir unseren Besuchern und TagWerk-Beschäftigten“, erklärte Wiedemann.

In fachlicher Hinsicht erläuterte SpDi-Leiterin Helga Pechbrenner Einzelheiten zu den Einrichtungen des Dienstes für Menschen mit psychischen Problemen und Erkrankungen: Beratungsstellen Sozialpsychiatrischer Dienst (eigens zwei Kolleginnen auf die Beratung von „Menschen ab 60“ spezialisiert) – Einzelberatung (für Personen ab 18 J.) wird in Eggenfelden und Pfarrkirchen, sowie an einem Nachmittag pro Woche in Simbach a. Inn angeboten; Second-Hand-Läden „Gutes aus zweiter Hand“ (soziales Angebot für jedermann) in Pfarrkirchen und Eggenfelden; Zuverdienstprojekt „TagWerk“ (arbeitstherapeutisches Angebot, betreute Beschäftigungen von BRK-Kleiderladen über -Fahrzeugpflege bis -Gartenarbeiten) in Pfarrkirchen und Eggenfelden; Tageszentrum „Treffpunkt Regenbogen“ mit den Schwerpunkten Training von Alltagskompetenzen und Gemeinschaftserleben (tägl. Gruppenangebote für Lebenspraxis u. Sozialkompetenz) in Eggenfelden. Pechbrenner: „Unsere Klienten müssen sich nicht für eines der  Angebote entscheiden, denn diese dürfen je nach persönlichem Wunsch gemeinsam oder auch abwechselnd genutzt werden – das alles so in sich verzahnt anbieten zu können ist für jeden Besucher nur vorteilhaft.“

Das Tageszentrum „Treffpunkt Regenbogen“ durch die wiederkehrende Begegnungen mit anderen Menschen und das Zuverdienstprojekt „TagWerk“ durch regelmäßige Beschäftigung mit einem gewissen motivierendem Verdienstanreiz bietet Tagesstruktur und auch Abwechslung. „Diese Einrichtungen sind damit wesentliche Hilfen zur Stabilisierung –das heißt vor allem auch Teilhabe am Leben unter Menschen und die Verhinderung von Vereinsamung“, machte Pechbrenner klar.

Die Fachgebietsleiterin hatte auch noch wesentliche Zahlen parat: Die Sozialpsychiatrischen Einrichtungen haben insgesamt 17 hauptamtliche Rotkreuzbeschäftigte, die bei den Freizeit-Gruppenangeboten von mehreren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt werden; in die Beratungsstellen kommen jährlich bis zu 400 Betroffene, werden bis zu 2.850 Beratungsgespräche geführt; im Tageszentrum nützen bis zu 150 Besucher die diversen Gruppenangebote und Freizeitfahrten, wird ein Jahresumfang von um die 19.000 Besucherstunden registriert; das Zuverdienstprojekt, das die finanziellen Anreize für die Teilnehmer selbst erwirtschaftet, hat im Durchschnitt 60 Beschäftigte, die von fünf hauptamtlichen Rotkreuzkräften unterstützt und angeleitet werden.

Landrat und BRK-Vorsitzender Michael Fahmüller stellte die Arbeit des Roten Kreuzes für die Menschen und am Hilfsbedürftigen in den Mittelpunkt. „Diese hilfreichen Einrichtungen gelten gerade Betroffenen am Rande der Gesellschaft, die die Orientierung im Leben verloren haben bzw. den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt nicht mehr schaffen können; das ambulante Angebotsspektrum bietet die Möglichkeiten, um trotz chronischer oder akuter psychischer Erkrankung seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. In der Gemeinschaft mit anderen Menschen, durch eine sinnvollen Tätigkeit oder mit Hilfe kompetenter Beratung kann die psychische Stabilität wiedergefunden oder aufgebaut werden“, fasste er zusammen.

Bezirksrat Dr. Thomas Pröckl bedankte sich für die gleichermaßen detaillierten wie umfassenden Informationen, die er sachgerecht einbeziehen werde.

10. August 2018 08:49 Uhr. Alter: 72 Tage