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BRK im Katastrophengebiet weiter gefordert

Fünf Unfallhilfsstellen und Verpflegungsstationen - Hilfsaktion des BRK-Kleiderladens für Hochwassergeschädigte

Eine Koalition der Hilfe hat sich hier an der Verpflegungsstation des Roten Kreuzes am Kirchenplatz getroffen: Bürgermeister Klaus Schmid (5.v.re.) mit (v.li.) Einsatzleiter Tobias König vom BRK Dingolfing-Landau, Rettungsdienstleiter Johann Haider vom BRK Rottal-Inn, BRK-Bezirksnotfallseelsorger Klaus Klein, Pfarrer Viktor Meißner sowie den Helferinnen Mechthilde Mutz, Christa Dietrich, Christine Wiesing und dem Fachdienstleiter Betreuung, Peter Kahlert, vom BRK-Dingolfing Landau

Unfallhilfsstelle und Verpflegungsstation Innstraße Höhe Gartenstraße, hier besetzt mit Kräften der WW-SEG Postmünster (v.li.): Lena Ellinger (OG Pfarrkirchen) sowie Maria Schnell, Technischer Leiter u. Truppführer Alexander Szücs und Maximilian Szücs (alle OG Postmünster)

Simbach a. Inn. Nach der Hochwasserkatastrophe und den bislang umfangreichsten, zudem mannigfaltigen, zu bewältigenden Einsatzanforderungen bislang, ist das BRK Rottal-Inn in der von einem 2,5 mal knapp 0,5 Kilometer messenden Zerstörungskorridor durchzogenen Stadt weiterhin stark gefordert, während die Aufräumungsarbeiten laufen: Dafür sind u.a. die Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst und Betreuungsdienst vor Ort, die Unfallhilfsstellen und Verpflegungsstationen betreiben sowie weitere Hilfsaufgaben übernehmen.

Dazu werden die bewährten Strukturen aufrechterhalten: Die am Feuerwehrhaus stationierte Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung UGSanEL (vier Einsatzkräfte) koordiniert das Vorgehen, ihr Leiter stimmt sich mit dem jeweiligen Organisatorischen Leiter des BRK ab – ein Einsatzleiter Wasserrettung ist auch stets vor Ort. Der UGSanEL stehen auch zwei Rettungswagen zur Verfügung, die nicht der Regelvorhaltung unterliegen. Die SEG Betreuung hat hier täglich fünf Helfer im Einsatz und wird am Verpflegungsstandort und „Umschlagplatz“ Feuerwehrhaus vom Malteser Hilfsdienst unterstützt. Bis zu 1400 warme Malzeiten waren täglich zuzubereiten, mehrere hundert dürften es noch sein. Beim BRK liegt die Gesamtleitung der Verpflegung und die Abwicklung der Logistik, Feuerwehren übernehmen mit Mannschaftswagen den Transport von Helfern, Essen, Getränken und Material in die von den Wassermassen verwüsteten Bereiche der Stadt.

Im Katastrophengebiet haben Sanitäts- u. Betreuungsdienst des BRK fünf Unfallhilfsstellen mit Verpflegungsstationen für Einsatzkräfte, freiwillige Helfer und Betroffene eingerichtet, die im Schichtbetrieb von ca. 7:00 bis 20:00 Uhr mit jeweils vier Einsatzkräften besetzt sind: Zwei Standorte betreibt die Kreiswasserwacht (insgesamt zwölf Einsatzkräfte), an drei Standorten sind jeweils fünf Kräfte aus mehreren BRK-Bereitschaften im Einsatz und werden dabei von der Katastrophenschutz-Einheit Fachbereich Betreuung des BRK-KV Dingolfing-Landau unterstützt. Insgesamt an die 80 Rotkreuzkräfte sind täglich im Einsatz.

An den Verpflegungsstellen gibt es Wurstsemmeln, Süßigkeiten und Obst sowie Getränke, auch Kaffee und Kuchen wie etwa am Kirchenplatz. Pro Tag haben die Einsatzkräfte insgesamt ca. 25 medizinische Versorgungen, wie die Behandlung kleinerer Verletzungen, durchzuführen. Außerdem sind die Unfallhilfsstellen, wie der Rettungsdienstleiter des BRK-Kreisverbandes Johann Haider, erklärt, Bindeglied zur Einsatzleitung – Stichwort schneller und Informationsfluss ermöglicht kurze Reaktionszeiten.

Der Rettungsdienstleiter macht sich selbst regelmäßig eine Bild von der Lage. Nachdem am Mittwoch an ihn herangetragen worden war, in der Gartenstraße seien doch viele Betroffene und Helfer bei Aufräumungsarbeiten, hätten es aber weit zur nächsten Unfallhilfs- und Verpflegungsstelle, schaltete er gleich den Organisatorischen Leiter, Andreas Widl, ein – und eine Außenstelle der Unfallhilfs- und Verpflegungsstelle Innstraße wurde in der Gartenstraße eingerichtet.

Auch Bürgermeister Klaus Schmid ist unermüdlich in der Stadt unterwegs, beantwortet Fragen der Bürger, spricht auch Trost und Mut zu. Als ihn Rettungsdienstleiter Haider und an der Unfallhilfs- und Verpflegungsstelle am Kirchenplatz trifft, spricht der Bürgermeister dem BRK-Einsatzkräften große Anerkennung und großes Lob aus, den anderen Hilfsorganisationen wie THW, Feuerwehr und Maltesern natürlich ebenfalls. Der reguläre Rettungsdienst des BRK Rottal-Inn ist für alle Eventualitäten wie immer gerüstet und einsatzbereit, wie RD-Leiter Johann Haider bekräftigt.

Neben den Einsatzeinheiten des BRK-Kreisverbandes ist auch der Kleiderladen des Roten Kreuzes, der sich im Bahnhofsgebäude befindet, in die Hilfsmaßnahmen eingebunden: Für Hochwassergeschädigte ist eigens täglich von 12:00 bis 21:30 Uhr geöffnet, die Abgabe an Betroffene erfolgt kostenfrei. Gute brauchbare Spenden sind willkommen.

10. Juni 2016 11:07 Uhr. Alter: 1 Jahre